Das Bild, das wir von uns selber machen entspricht oft nicht der Realität.
Bei Berufswünschen kann sich dies oft in deutlichen Widersprüchen
zeigen. "Produkte Designer würde mir gefallen", sagt vielleicht
jemand, der ein grosses Flair für schönes Design hat, aber überhaupt
keine Freude am Zeichnen. Oder schwierig auch, wenn zum Beispiel "Diplomat"
der Traumberuf eines eher kontaktscheuen Menschen ist. Solche Wünsche
haben oft kompensatorischen Charakter, d.h., sie drücken einen Lebensstil
oder eine Lebenshaltung aus, die gewünscht, aber nicht gelebt wird.
"Man kann alles lernen", mag da jemand einwenden. Doch am Ende
werden dennoch alle jene besser abschliessen, die mit ihrem eigenen Naturell
und nicht gegen ihr eigenes Naturell arbeiten.
|
|
Was für ein Mensch bin ich wirklich? Hier einige Themen, die zu
überlegen sich lohnen können:
Kontaktfreude und Zurückhaltung:
Bin ich eher offen oder eher zurückhaltend?
Gehe ich eher auf andere zu oder kommen andere eher auf mich zu?
Kann ich mit mir wenig bekannten Menschen problemlos über
alles mögliche reden, oder fällt es mir schwer, Gesprächsstoff
zu finden?
Arbeite ich lieber allein oder lieber in einem Team?
Bin ich eher häufig oder praktisch nie in Auseinandersetzungen
mit andern verstrickt?
Wie würden andere mein Kontaktverhalten beschreiben?
Wie passt dies alles zu meinen Studien- und Berufswünschen?
Zu welcher Art von Tätigkeiten oder Berufen könnte dies alles
sehr gut passen?
Zu welchen Tätigkeiten oder Berufen passt das alles eher weniger?
Gewissenhaftigkeit und Grosszügigkeit:
Gehe ich mit Aufgaben eher gewissenhaft oder eher etwas nachlässig
um?
Bin ich eher sehr sorgfältig oder nehme ich es eher grosszügig?
Welche Konsequenzen auf Arbeitstempo, Arbeitsqualität, Teamarbeit
hat meine Gewissenhaftigkeit bzw. meine Grosszügigkeit?
Wie passt dies alles zu meinen Studien- und Berufswünschen?
Zu welcher Art von Tätigkeiten oder Berufen könnte dies alles
sehr gut passen?
Zu welchen Tätigkeiten oder Berufen passt das alles eher weniger?
Flexibilität und Standfestigkeit:
Kann ich mich rasch auf Neues umstellen oder halte ich lieber an
festgelegten Zielen fest?
Freue ich mich über Abwechslung oder bringt mich das eher
aus dem Konzept?
Liebe ich es, zu experimentieren, oder halte ich lieber an Bewährtem
fest?
Fallen mir spontane Entscheidungen leicht oder muss ich um Entscheidungen
ringen?
Wie passt dies alles zu meinen Studien- und Berufswünschen?
Zu welcher Art von Tätigkeiten oder Berufen könnte dies alles
sehr gut passen?
Zu welchen Tätigkeiten oder Berufen passt das alles eher weniger?
Innere
Ruhe und innere Unruhe:
Fühle ich mich auch in hektischen Momenten eher ruhig und
gelassen oder eher angespannt?
Kann ich auch Momente des Müssigganges geniessen oder muss
immer etwas los sein?
Gerate ich rasch aus der Fassung oder kann ich problemlos Ruhe
bewahren?
Wie passt dies alles zu meinen Studien- und Berufswünschen?
Zu welcher Art von Tätigkeiten oder Berufen könnte dies alles
sehr gut passen?
Zu welchen Tätigkeiten oder Berufen passt das alles eher weniger?
Eher Spezialist/in oder eher Allrounder/in?
Sehe ich mich selber eher als Spezialist oder eher als Allrounder?
Gehe ich den Dingen gern auf den Grund oder wende ich mich lieber
rasch wieder Neuem zu?
Mache ich lieber eine Sache, dafür gründlich oder lieber
mehreres gleich nebeneinander?
Wie passt dies alles zu meinen Studien- und Berufswünschen?
Zu welcher Art von Tätigkeiten oder Berufen könnte dies alles
sehr gut passen?
Zu welchen Tätigkeiten oder Berufen passt das alles eher weniger?
(Peter Meier-Classen, dipl. Berufs- und Studienberater, www.studienberatung.ch)
|