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Mediation
 

Mediation. Was steckt dahinter?

 
 
(Text: Joyce M. Schmid, 9200 Gossau)
 

In Konfliktsituationen finden immer mehr Menschen den Weg zur Mediation, statt den Konflikt "auszuhalten" oder juristisch regeln zu lassen. Mediation geht über einen Kompromiss hinaus. Durch das Interesse der Parteien für eine gemeinsame Lösung entsteht eine neue Streitkultur.

 

 

Ziel einer Mediation

 

Das Ziel einer Mediation ist einen Konflikt zu bearbeiten. Dabei werden das Interesse und die Bedürfnisse aller Parteien mit einbezogen. Kommunikation spielt eine wichtige Rolle.

 

 

Vorteile einer Mediation:

•  Mediation ist schnell, Image schonend und vertraulich.

•  Eine Mediation kostet nur einen Bruchteil einer gerichtlichen Auseinandersetzung.

•  Der Fokus wird auf die Menschen und ihre Bedürfnisse gelenkt und nicht auf das Recht.

•  Die Konfliktparteien übernehmen die Eigenverantwortung und entscheiden selber welche Lösung für sie passt. Kein Richter entscheidet für sie.

•  Die Kommunikation zwischen den Konfliktparteien wird gefördert und die Einsicht in die Denkweise der Gegenparteien wird angestrebt.

•  Es ist ein Interessen-orientiertes Verfahren, um zu einer Win/Win Lösung zu kommen.

 

 

Was sind Voraussetzungen für eine Mediation?

 

•  Die Mediation ist freiwillig und setzt die Bereitschaft voraus, durch Zusammenarbeit eine gemeinsame Lösung zu finden.

•  Die Parteien suchen selbständig und eigenverantwortlich nach kreativen Lösungen.

•  Nur wenn jede Partei freiwillig daran teilnimmt, kann eine konstruktive und faire Lösung erarbeitet werden.

•  Die Bereitschaft miteinander zu kooperieren, d.h. offen zu kommunizieren, unterstützt das Verfahren.

•  Der Fokus liegt auf der Gegenwart und der Zukunft. Vergangenheitsbewältigung und die Klärung von Schuldfragen sind nicht Bestandteil einer Mediation.

 

 

Merkmale einer Mediatorin

 

Die Mediatorin steht ausserhalb des Konfliktes. Sie respektiert alle Teilnehmer/innen und ist daran interessiert, dass jede Partei ihre Sichtweise präsentieren kann. Sie bleibt dabei allparteilich und ist in der Lage, auf alle Parteien gleich einzugehen. Sie betrachtet alle Teilnehmer/innen als eigenverantwortlich und unterstützt sie, selber Lösungsideen zu kreieren. Sie geht auf das Interesse und die Bedürfnisse aller Teilnehmer/innen ein. Sie lässt es offen, ob eine Lösung gefunden wird oder nicht.

 

 

Die 6 Phasen einer Mediation

 

Phase 1: Die erste Sitzung bei einer Mediatorin ist meistens unentgeltlich. In dieser Sitzung wird das Mediationsverfahren erklärt . Die Parteien können abschätzen, ob "die Chemie" zwischen ihnen und der Mediatorin stimmt. Spielregeln, Möglichkeiten und Grenzen einer Mediation werden besprochen. Ein Mediationsvertrag mit Rahmenbedingungen (z.B. Stundenansatz, Dauer und Ort) wird ausgestellt und unterschrieben.

 

Phase 2: Es werden Informationen und Themen über den Konflikt gesammelt. Jede Partei darf ihre Sichtweise des Konflikts darstellen. Es wird entschieden welche Punkte geklärt werden müssen.

 

Phase 3: Konfliktbearbeitung . Die Mediatorin klärt mit allen Teilnehmer/innen die persönliche Interesse und Bedürfnisse zu den Themen. Hier haben alle die Möglichkeit das Interesse hinter dem Standpunkt der anderen Parteien zu verstehen.

 

Phase 4 : Aufgrund Interessen und Bedürfnissen jeder Partei, werden Ideen zur Lösung des Konfliktes gesammelt. Möglichkeiten werden erarbeitet, wie in Zukunft miteinander umgegangen werden könnte, um weitere Konflikte zu vermeiden.